Mittwoch, 15. Juni 2011

Durch Flusstäler gen spanischer Grenze

Am Montag morgen regnet es in Porto. Wir lassen uns nicht entmutigen und nehmen den Zug bis Barcelos, um den vielen Verkehr und die nicht so schoenen Vorstaedte zu umgehen!
Ab Barcelos fuehrt uns der Weg in das Anbaugebiet der jungen Weine - "vinho verde".
Wir kommen in ein Flusstal und fahren Richtung Kueste.



In Viana do Castello verspricht uns der Reisefuehrer den schönsten Platz Portugals.
Leider sind einige Bauarbeiten hinter einem Geruest und die Sonne versteckt sich hinter einigen Wolken. Wir stärken uns erstmal mit Crackern und Käse und geniessen danach eine Kaffee.



Es ist ja Pfingstmontag in Deutschland, aber hier ein ordentlicher Werktag. Ich nutze die Gelegenheit und geh mal zum Friseur, der direkt am Platz im 1.OG seinen Laden hat.



Schliesslich fahren wir noch bis Caminha und finden ein letztes Mal einen Campingplatz der Kette "Orbitur". Es ist der zweitaelteste von mittlerweile ueber 20 Plaetzen in Portugal - allesamt sehr sauber, guenstig und nur zu empfehlen!
Unter Nadelbäumen bauen wir unser Zelt auf - mit Blick auf den Grenzfluss nach Spanien, den wir morgen überqueren werden (am Di).

Sonntag, 12. Juni 2011

Porto

Auf dem Weg von Lissabon nach Santiago de Compostella haben wir ueber die Haelfte geschafft. Gestern sind wir nach sechs Tagen Radfahren und fast 360km in Porto angekommen. Heute ist Ruhetag und endlich mal wieder Gelegenheit etwas zu schreiben.

Heute haben wir bereits einen kleinen Gang gemacht und konnten von der anderen Seite des Fluss Duoro ein herrlichen Blick auf die gegenueberliegenden Hauser und den Fluss werfen.



Der Rueckweg ueber die Bruecke war sehr windig!!



Die Schaetze von Porto liegen in den riesigen Lagerhallen. Der suesse Portwein aus der Gegend flussaufwaerts des Duoro werden hier gelagert. Gestern abend konnten wir auch schon eine kleine Kostprobe der Sorte "Ruby" geniessen.



Beim Gang durch die Stadt fallen einem immer wieder bunten Hauserfronten auf, oft haengt Waesche von den schmalen Balkonen.



Aber von oben sieht man auch oft eingestuerzte Daecher und sehr heruntergekommene Hauser sowie leerstehende Gebauede. Das alles macht aber den Charme dieser ehemaligen europaeischen Kulturhauptstadt aus!



Morgen muessen wir leider schon weiter, um rechtzeitig Ende der kommenden Woche Santiago de Compostella zu erreichen.
Heute konnten wir uebrigens unseren ersten Pilgerstempel sammeln. Einige "echte" Pilger mit leicht gepacktem Rucksack und einer daran befestigten Muscheln konnten wir bereits gestern abend in den Strassen von Porto sehen!

Sardinenfestival in Figueira da Foz

Nach einem anstrengenden Tag hatten wir in Figueira da Foz abends Glueck. Beim Gang in die Stadt kamen wir an einer Stierkampfarena vorbei. Draussen wurde an mehreren Staenden viel gegrillt und es liefen eifrig Maenner in einheitlichen blauen T/Shirts vorbei. Es war die erste von drei Abenden des 25. Sardinenfestivals. In der Arena standen lauter Tische und Gartenstuehle und hunderte Menschen genossen frisch gegrillte Sardinen satt, das portugiesische Nationalgericht.




Dazu gab es Brot, Wein oder Wasser und auch Nachtisch.

Zwischen Lissabon und Porto - viel Wind und Auf-und-Ab

Am vergangenen Montag sind wir mit einem Nahverkehrszug etwas gen Norden gefahren, um nicht die Vorstaedte durchqueren zu muessen. Ab Sintra ging es dann mit dem Rad weiter. Allerdings mussten wir mit Gegenwind und einigen Schauern kaempfen. Kein schoener Radeltag.
Am Dienstag aenderte sich das Wetter nur gering. Wir mussten uns warm anziehen, aber es blieb trocken!



Das Highlight des Tages war die kleine Stadt Obidos, die laut Reisefuehrer mit Rothenburg ob der Tauber verglichen wurde. Eine lange Stadtmauer umschliesst hier viele kleine Haeuser und Gassen auf einer Anhoehe.



Der Ausblick ist sehr schoen und wir konnten fast bis Caldas da Reinha gucken. Dort fanden wir leider keinen Campingplatz und mussten einmal ins Hotel ausweichen, was auch einmal sehr erholsam war.

In den folgenden Tagen wurde das Wetter aber zum Glueck besser. Wir mussten aber weiterhin mit Anstiegen kaempfen und wurden anschliessend erst mit schoenen Ausblicken und dann mit herrlichen Abfahrten belohnt. So schwankte das Tempo bei mir
zwischen 6 km/h im kleinsten Gang bergauf und bis zu 60 km/h bergab! Geil!



Mittlerweile hatten wir uns zu zweit auch sehr gut eingespielt - auch wenn ich beim Fahren nicht viel Windschatten bieten konnte. Aber immerhin kann man ueber mich hinweg sehen, wenn ich vorne fahre!



Zwischen Nazare und Figueira da Foz konnten wir auf die "Avenida de Atlantica" einbiegen, eine einsame Kuestenstrasse, die mit einem Radweg sehr gut ausgebaut war und uns stundenlang geradeaus fuehrte. Gleich am Anfang machten wir eine sehr nette Begegnung mit einem Ehepaar. Sie standen am Strassenrand und wollten Holz suchen. Er war natuerlich auch von meinem Rad begeistert und ich hab ihn sogar kurz Probe fahren lassen. Dann kamen auch noch zwei aeltere Maenner mit ihrem Pickup vorbei und hielten an. Einer war Radmechaniker und konnte sich gar nicht am Liegerad satt sehen. Die Verstaendigung lief uebrigens fast nur auf franzoesisch, was viele Leute hier erstaunlich gut beherrschen!

Impressionen aus Lissabon

Wir haben das letzte Wochenende in Lissabon verbracht.
Unseren Beinen war allerdings keine Ruhe vergoennt, sondern nur eine andere Belastung!

Wir haben uns etwas ausserhalb ein altes Aquaedukt angeschaut, welches das Erdbeben von 1755 ueberstanden hat und danach die Wasserversorgung der Stadt sichern konnte.



Von dort sieht man oft gleichzeitig Alt und Neu, das in dieser Stadt so nah aneinander liegen kann.



Faszinierend sind natuerlich auch immer die Hausfassaden, ob nun verziert oder auch nicht.



Vom Castello, der alten Burg ueber der Stadt, hat man wunderbare Ausblicke. Zum Beispiel in Richtung der Bruecke des 28.April (1974), dem Tag an dem das Salazar-Regime beendet wurde.



Einen halben Tag haben wir in Belem verbracht, ein etwas ausserhalb liegend Viertel direkt am Fluss, von wo aus auch Vasco da Gama sein Entdeckertouren gestartet haben soll. Im ist auch das Seefahrerdenkmal gewidmet.



Sehr beeindruckend ist auch der riesige 'Placa de Commercao'.



An einer Seite erstreckt sich ein langer Gang ueber die gesamte Breite des Platzes.

Sonntag, 5. Juni 2011

Lissabon

Das Wochenende war mal kein Fahrradfahren angesagt!
Der letzte Anstieg war am Freitag nachmittag vom Gelaende der Expo zum Flughafen.
Dort habe ich meinen Vater abgeholt und mit ihm dann zwei Tage lang Lissabon genossen.
Da waren wir dann eher mit der alten Strassenbahn unterwegs.



Weitere Fotos folgen bald. Morgen fahren wir dann gemeinsam Richtung Porto!

9. Tag - Einsame Fahrt gen Sadodelta sowie steile Ansteige nach Sétubal

Die Gegend bleibt auch am heutigen Tag schön. Ich befinde mich auf einer langgezogenen Landzunge, die gen Norden zwischen Atlantik und Sadodelta ragt.
Es herrscht kaum Verkehr. Dennoch haelt sich auf einmal ein Gelaendewagen hinter mir und setzt zum Ueberholen an. Er bleibt dann auf gleicher Hoehe und ich merke, dass es die Polizei ist. Der Polizist warnt mich lautstark und macht mir irgendwie verstaendlich, dass ich meine gelbe Sicherheitsweste doch anziehen soll. Naja, ich spann sie dann mal wieder auf mein Gepaeck!



Am Ende der Landzunge geht es mit der Faehre nach Setubal - uebrigens der Heimatstadt von Real Madrids Trainer Mourinho. Der ist ihr sehr treu und ist auch Werbefigur der lokalen Korkindustrie, die etwas leidet. Lobenswertes Engagement.

Bei 29 Grad Celsius dehnt sich die Mittagspause fast bis 17 Uhr aus. Danach kommt aber auch ein mörderischer Anstieg gen Sesimbra an der Kueste entlang. Oben angekommen verraet mir ein Mountainbiker, dass diese Bergetappe unter den "locals" auch "the lonely one" genannt wird. Man kann nur in seinem eigenen Rythmus hochkurbeln. Dafuer bietet sie aber auch traumhafte Aussichten auf die Muendung des Sado.